GEFAP e.V. - Angewandtes Philosophieren

Philosophische Aufklärung für den Alltag

Orientierung Der gemeinnützige Verein "Gesellschaft zur Erforschung und Förderung angewandten Philosophierens e.V.", GEFAP, Hamburg, erprobt seit 1999 Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung philosophischer Erkenntnisse und Methoden für die Orientierung im lebensweltlichen Alltag. Ziel der Philosophieanwendung ist philosophische Aufklärung - aus dem Alltag für den Alltag.

Was aber nützt die Philosophie, wenn man sie nicht anwendet?

Philosophie als Liebe zur Weisheit, als Quer- und Weiterdenken stellt von jeher Denkweisen und Methoden bereit, um Einstellungen, Lebenszugänge, Orientierungen und Ziele zu erfassen und zu entwickeln.
Philosophieanwendung meint jedoch keine telekinetische Umsetzung von bedeutungsvoller Theorie in bedürftige Praxis. Angewandtes Philosophieren fokussiert sich ebenfalls nicht auf die theoretischen Grundlagen von Erkennen und Sein. Ausgangspunkt von Philosophieanwendung sind Grundfragen der Praktischen Philosophie und Ethik wie: Menschliches Handeln, Hoffen und Erleben in der jeweiligen Umwelt, die Frage nach einem guten Leben etc.
Obwohl theoretische und praktische Philosophie über keinen allgemein anerkannten Wissens- und Methodenkanon verfügen, kann das Philosophieren selbst als Haltung und Tätigkeit des Distanzierens, Fragens und Reflektierens durchaus angewendet werden. Anwendung meint Verwendung philosophischer Verfahrensweisen und Fertigkeiten wie z. B. Analyse, Abstraktion, Erinnerung, Explikation, Gedankenexperiment, Interpretation und Spekulation, allerdings nie als Selbstzweck, sondern immer in Bezug auf das Leben von Menschen in ihrer Zeit.

GEFAP-Philosophieren

Mut zum angewandten Philosophieren

Angewandtes Philosophieren ist ein irritierender Übergang, der Mut erfordert, ein ganzheitlicher Prozess zur Steigerung und Transformierung des Ichs in und mit seiner Umwelt, gleichsam eine geistige Übung (Hadot) zur Entwicklung. Es geht dabei nicht allein um neues, genaueres Wissen, um Zugewinn an Erkenntnissen. Das philosophierende Ich verändert sich im Vollzug des erkennenden Überschreitens von Gedankenschwellen. Indem es sich selbst in seinen Möglichkeiten und Grenzen erfährt, übt es neue Formen von Lebenskunst ein und ersetzt alte Konventionen durch neue.

GEFAP   Aktuelle Tipps

Ein Beitrag zur aufgeregten Klimadebatte
Buchkritik vom 27.3. 2007 auf Deutschlandradio Kultur zu Josef Reichholf: Eine kurze Naturgeschichte des letzten Jahrtausends, 2007

Zum Boom des Themas Lebenskunst:
Kersting, Langbehn (Hg.): Kritik der Lebenskunst, Frankfurt/M. 2007, stw1815

Zum Thema Imperialismus:
Ralph Bollmann: Lob des Imperiums, Berlin 2006 und wissenschaftlicher: Herfried Münkler: Imperien. Die Logik der Weltherrschaft - vom alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten, Berlin 2006. Auch als tb erhältlich.

Ein Hintergrundtext zur Weltwirtschaftskrise:
Gunnar Heinsohn/Otto Steiger: Eigentum, Zins und Geld. Ungelöste Rätsel der Wirtschaftswissenschaft, Marburg 2009 (5. Aufl.)
"Die Krise ist immer dadurch gekennzeichnet, daß haftendes Eigentum entwertet wird" S. 432

Zum aktuellen Reden über Religion:
Herbert Schnädelbach: Religion in der modernen Welt. Vorträge, Abhandlungen, Streitschriften. Frankfurt/M. Fischer 2009